Rückblick Gera 2019

Das Ende eines Jahres ist immer dazu angetan, ein Resümee zu ziehen. Dies ändert zumeist nichts, tut aber irgendwie gut – schließlich muss man ja wohin mit seinen Gedanken. In meiner Heimatstadt ist 2019 viel passiert. Es wurde zum Beispiel ein neuer Stadtrat gewählt. Zwar änderten sich die Mehrheitsverhältnisse – nicht geändert hat sich die Arbeitsweise. Statt sich um die drängendsten Probleme zu kümmern, verliert man sich traditionell in ideologischen Grabenkämpfen. So haben es einige der Ratsherren und -damen zu einer gewissen Meisterschaft im Verhindern gebracht. Es ist kein Wunder, dass in der Stadt nichts fertig wird. Sinnbild der Planlosigkeit ist der Haushaltsplan der Stadt. Ein paar Cent für die Schulen, ein paar Euro für die Infrastruktur – man braucht keine prophetischen Gaben, um jetzt schon zu sehen, dass dieses Gieskannenprinzip keinen Erfolg zeitigen wird. Derweil wird lustig das Tafelsilber, sprich die städtischen Immobilien, verscheuert. Was ficht es die Verantwortlichen an, dass unsere Enkel nichts mehr haben, was sie im Notfall beleihen können. Die Liste unbewältigter Probleme ist schier endlos. Die Stadtwerke sind seit einem halben Dutzend Jahren immer noch unter Insolvenzverwaltung, die Stadiontribüne unverändert kaputt und über den Zustand der meisten Verkehrswege lohnt es sich gar nicht mehr zu sprechen. Der „Campus Rutheneum“ erweckt zwar noch den Eindruck reger Bautätigkeit, jedoch gehen Insider davon aus, dass er keineswegs vor 2024 fertig wird. Ich denke, dass selbst dieser Termin zu optimistisch ist. Schließlich sind die Probleme der weiteren Finanzierung schon seit Jahren bekannt, ohne dass auch nur die geringsten Anstrengungen unternommen wurden, um die nötigen Mittel zu besorgen. In diesem Jahr haben weder der alte noch der neue Stadtrat überhaupt nichts zur Problemlösung beigetragen. Die Geraer freuen sich jetzt schon, mitten im Zentrum der Stadt in spätestens einem Jahr eine Baubrache zu haben, die die Stadt über Jahre viel Geld kosten wird. Aber sehen wir es positiv. Endlich kann Gera mit den Metropolen mithalten. Stuttgarts Bahnhof und Berlins Flughafen werden ja auch nicht fertig.

Wir wissen nicht, was damals in der Häselburg geraucht wurde, als man den Gedanken entwickelte, Gera könne doch Kulturhauptstadt 2025 werden. Während sich die Vernunftbegabten fragten, ob hier sichere Anzeichen für einen fortgeschrittenen Realitätsverlust vorlagen, nahm die damalige OB das Hirngespinst sofort auf und hinterließ ihrem Nachfolger auch hier ein schweres Erbe. Und so kam es, wie es kommen musste. Zwei „Kulturhauptstadtmanager“ wurden angestellt, die ein paar Monate dahinwurschtelten, ohne konkrete Vorstellungen. Während ein großer Teil der Geraer Bevölkerung mit der unverändert höchsten Arbeitslosigkeit im Freistaat und grassierender Verarmung zu kämpfen hat, wurden im „Kulturhauptstadtbüro“, einer etwas siffigen Bude in der Rudolf-Diener-Straße, große Pläne geschmiedet, die sich bei näherer Nachfrage als verschwommene und irreale Vorstellung von Leuten entpuppten, die keine Ahnung von Gera hatten, keinen Enthusiasmus an den Tag legten und lieber mit ihrem Hund Gassi gingen, als sich ernsthaft mit der Kulturlandschaft in der Stadt zu befassen. Allein der Internetaufrtitt „Gera2025“ nahm sich gegenüber denen der Mitbewerberstädte hausbacken und geradezu peinlich aus. Die logische Konsequenz war das Scheitern in der „Vorrunde“ des Bewerbungsverfahrens. Diese Tatsache ist auch nicht mit dem geringen Budget zu entschuldigen, dass Stadt und Land eher halbherzig zur Verfügung gestellt hatten. Wenn man verabsäumt, die Bürger der Stadt für so ein anspruchsvolles Projekt wie „Europäische Kulturhauptstadt“ zu sensibilisieren und fast schon arrogant die durchaus vorhandene kulturelle Vielfalt in der Region ignoriert, braucht man sich über über das Ergebnis nicht zu wundern. Aber auch hier sollten wir das Positive sehen: Gera war in den Schlagzeilen und sorgte dafür, dass wieder mal herzhaft gelacht werden konnte. Zudem hätte es im Erfolgsfalle wieder mal neuer Ortseingangsschilder bedurft. Die kann sich die klamme Stadt nun sparen und weiterhin als „Hochschulstadt“ ohne Studenten firmieren.

Was ist eigentlich aus dem sinnfreien Straßenbahnprojekt nach Langenberg geworden? Teure Planungen und Vorbereitungen haben bereits stattgefunden. Ich denke, dieses wurde genauso beerdigt wie der ambitionierte Bau einer Radrennbahn oder das leidige Thema Freibad.

Doch es gibt auch Gutes zu vermelden, meint man. „Smart City“ is coming soon. Zwar weiß niemand so richtig, was „Smart City“ eigentlich bedeutet und ob dieser Titel den Rentner in Bieblach oder den Arbeitslosen in Lusan begeistert. Irgendwas mit Digitalisierung soll es sein. Bei dem Gedanken kann ich nur milde lächeln. Ich habe nicht mal stabilen DAB-Empfang in meiner Wohnung und man will mir aber erzählen, dass nun bald alles digital und „smart“ daherkommt. Hoffentlich gibt es keinen Stromausfall. Auch das groß angekündigte Experiment eines autonom fahrenden Busses soll erwähnt werden. Dieser, wohl auch als Remineszenz an den grassierenden Klimawahn gedacht, sollte sehr robust und technisch ausgereift sein, bedenkt man die gefährlich hohe Schlaglochdichte in der Stadt.

Was erwartet uns nun 2020? Sehnsüchtig und hilfeheischend werden unsere Stadträte wieder auf die Fördertöpfe in Erfurt schielen, um die unvermeidlichen Löcher im Stadthaushalt zu stopfen. Dort, in der Landeshauptstadt, wird eine Minderheitsregierung unter Herrn Ramelow auf die Gnade der anderen Parteien angewiesen sein. Ob dies für die Kommunen förderlich ist, darf getrost angezweifelt werden. Zudem sehen wir uns einer, wie ich meine gefährlichen Ämterhäufung ausgesetzt. Es ist mittlerweile Usus, gleichzeitig im Stadt-, Landes- oder gar Bundesparlament zu sitzen. Allein eines dieser Mandate benötigt angesichts der anstehenden Probleme schon fast übermenschliche Kräfte. Aber wir wissen ja, dass der Homo politicolensis vulgo Abgeordnete eine ganz besondere Spezies ist, die nicht nur universelle Fähigkeiten besitzt, sondern auch eine gehörige Portion Eitelkeit und Machtgier. Die Ehrlichen und Bemühten verdünnen sich in den Parlamenten im Heer der Schwätzer und Insuffizienten. Parteiengezänk und Ideologiestreit tun ihr Übriges.

In Gera wird sich nicht viel ändern. Die Straßen verfallen weiter, die Kriminalität steigt und so manches Kind wird weiterhin ohne Pausenbrot seine verfallende Schule besuchen. Lehrermangel und Ausfallstunden werden durch „Fridays for future“-Demos kompensiert und im Hofwiesenpark wütet auch im nächsten Jahr die Gemeinschaft der Vandalen. Selbstverständlich wird man versuchen, diese Unannehmlichkeiten mit rauschenden Festen und einer gehörigen Portion Alkohol zu übertünchen, ganz in der Tradition der letzten Jahrzehnte. Und sicher werden wieder neue „Sauen“ durch die Straßen getrieben, neue „Projekte“ phantasiert. „Klimaneutrale Stadt“ oder „Stadt des Stillstands“ wären nur zwei Optionen. Die Innenstadt wird weiter verkommen, während immer wieder der unrealistische Gedanke einer „Neuen Mitte“ den Volkszorn beruhigen soll. Der Bauzaun am Geländer vor der Untermhäuser Brücke feiert sein zehnjähriges Jubiläum – ein guter Anlass für eine ausschweifende Party. Vielleicht wird das KuK endgültig dicht gemacht und im Theater eine Sparte geschlossen. Ansonsten findet auch im neuen Jahr bei jeder vernünftigen Idee der berühmte Geraer Satz Anwendung: „Das geht nicht!“. Das Gezänk im Stadtrat, schon jetzt legendär, wird völlig neue Dimensionen erreichen und die wenigen willigen und vernünftigen Bürger werden weiter resignieren. Gern würde ich fröhlichere Farben für die Zukunft malen, leider besteht dafür kein Anlass.

Dennoch, allen Mutigen, Unverzagten, Kritischen und Anpackenden in dieser Stadt wünsche ich gesegnete Feiertage, Kraft und Durchhaltevermögen im neuen Jahr und ein Höchstmaß an Gesundheit.

Das Ende der SPD

Es bedarf keiner prophetischen Gaben, der ehemaligen Volkspartei SPD nach ihrem letzten Parteitag den Abgesang von der politischen Bühne dieses Landes vorauszusagen. Daran ändert auch nicht, dass die Staatsmedien den Sozen immer noch so viel Aufmerksamkeit zollen, als seien diese in der Gunst des Wahlvolkes ganz weit vorn wie weiland unter Willy Brandt. Dabei zeigen die aktuellen Umfragen weiter nach unten. Gerade 11 Prozent Zustimmung findet die Partei trotz neuer Doppelspitze noch unter den Deutschen. Apropos Doppelspitze: Nach Herrn Schulz, dem Möchtegern-Kanzler und Frau Nahles, der talentfreien Vorsängerin, wurden nun erstmals zwei Genossen gleichberechtigt auf den Schild gehoben. Während Norbert Walter-Borjans mit dem Charisma eines Märchenonkels daherkommt, verkörpert seine Co-Vorsitzende Sakia Esken schmallippig eher die böse Hexe. Vor ihrer Wahl tönten sie noch vollmundig vom Aus der Großen Koalition in Berlin, nach dem Parteitag ist davon nichts mehr zu hören. Dabei war es doch schon von Vornherein klar, dass den Genossen Machterhalt weit mehr bedeutet als sozialdemokratische Prinzipien. Regieren um jeden Preis ist die Devise. Zu attraktiv sind die Posten in den Regierungen von Bund und Ländern. Bedeuten sie doch selbst für völlig unbegabte Politiker nicht nur ein treffliches Auskommen, sondern zusätzliche Nebeneinkünfte in Aufsichts- und Verwaltungsräten. Denn auch die Raffgier gehört seit 100 Jahren zur SPD-Tradition. Eine der ersten Entscheidungen, die SPD-Reichspräsident Ebert 1919 traf, war die Bestimmung der Höhe seines jährlichen Salärs (ca. 200.000 Reichsmark – heute etwa 800.000Euro).

Und so wird sie weiter dahingehen, die alte Herrlichkeit der Partei. In ein paar Jahren wird sie höchstens noch regional in der Regierung vertreten sein, vielleicht in NRW oder Bremen. Dass der Osten Deutschlands für die SPD keine Bedeutung mehr hat, wurde ja bereits während der Wahlen zum Parteivorstand überdeutlich. So gehört der engsten Führungsriege mit Klara Geywitz gerade mal eine Ostdeutsche an. Klarer kann man Desinteresse nicht zeigen.

Wer seit Jahren derartig viele Chancen für eine Reform und Neuausrichtung der Partei wie die SPD vertut, gehört zurecht vom Wähler abgestraft. Man darf dann gespannt sein, ob ARD und ZDF noch stundenlange Reportagen über SPD-Parteitage senden, wenn die Partei die Fünf-Prozent-Grenze unterschritten hat.

Never ending Story

Wir haben es ja schon lange gewusst – das Campus Rutheneum im Zentrum von Gera wird keinesfalls vor 2022 fertig. Ich selbst halte diesen Termin noch für unrealistisch. Warum? Schauen wir uns die Historie des größten städtischen Bauvorhabens nochmal an. Die Idee zu einer Zusammenlegung beider Schulteile des Rutheneums stammt noch aus dem vorigen Jahrtausend. Bereits damals mussten die Initiatoren schmerzhaft erfahren, dass in Gera Bildung und Schule nur einen geringen Stellenwert haben. Man fokussierte sich lieber auf eine teure Bundesgartenschau, die derart amateurhaft durchgeführt wurde, dass außer einem Park, heute Treffpunkt sauf- und randalierwütiger Jugendlicher, und ein paar neuen Straßen keinerlei Nachhaltigkeit generiert wurde. Später dann begann das Gezerre um ein Kunsthaus, welches zum Lieblingskind des damaligen OB wurde – und zum Rohrkrepierer. Im Jahre 2011 schlielich fand der Architekturwettbewerb zum Campus Rutheneum statt. Dieser wurde nahezu ausschließlich vom Förderverein der Schule bezahlt (ca. 90.000€). Die Stadt hatte kein sichtbares Interesse daran, jedoch auf Druck der Bevölkerung musste mal was passieren. Glücklicherweise gab es noch Enthusiasten in dieser Stadt – nein, natürlich nicht im Rathaus! Herrn MdB Weiler (CDU) ist es wesentlich zu verdanken, dass fast 3 Mio. Euro Bundesmittel für den Campusbau in Gera bereitgestellt wurden. Das jedoch verursachte in Verwaltung und Stadtrat großen Unbehagen. Konnte man sich doch jetzt nicht mehr auf das Totschlagargument „fehlendes Geld“ zurückziehen. Schlimmer noch, man musste handeln. Handeln heißt in Gera zuerst mal, Versprechen zu machen. So war denn auch das letzte Jahrzehnt das Jahrzehnt der Versprechungen, was den Campus anbetraf. Er sollte erst 2016 fertig sein, dann 2019 (das wurde von der damaligen OB „grarantiert“), dann 2020 im Herbst. Jetzt ist 2022 das Ziel, wobei jeder Verantwortliche jetzt bereits weiß, dass dies nicht realisierbar ist. Das freut insbesondere die Damen und Herren aus dem linken Lager, von denen einige allzugern nur zur Einheitsschule a`la DDR zurückkehren wollen und keinesfalls eine individuelle oder gar klassisch-humanistische Bildung unterstützen. Inzwischen haben sich die Baukosten von 11 auf aktuell ca. 24 Millionen Euro mehr als verdoppelt,

Schaut man sich die Gemengelage unter den Verantwortlichen an, so ergibt sich folgendes Bild: Die Baudezernentin, von der nicht wenige sagen, dass ihre Kompetenz sehr überschaubar ist, schiebt die Verantwortung an ihre Fachdienstleiter, denen wiederum die Hände gebunden sind, weil ihre Chefin nichts entscheidet. Der OB hat sich mit „Neuer Mitte“ und „Smart City“ ohne Not neue Baustellen eröffnet, denen eines gemeinsam ist – es wird eh nichts daraus. Der neue Stadtrat, allein schon von der Altersstruktur mit recht wenig jegendlichem Elan ausgestattet, erweist sich als Zankstube kleinkarierter Betonköpfe, denen es in erster Linie um ihre Pfründe, Sitzungsgelder und Pöstchen geht. Aber das ist ja in Gera nichts Neues. Was stört es, dass wir in paar Monaten im Stadtzentrum eine der größten Baubrachen Thüringens haben werden, wenn es doch erstmal darum geht, Aufsichtsratsposten zu verteilen und Revierkämpfe auszutragen. Inzwischen wird immer wieder eine neue Kuh durch`s Dorf, bzw. durch die Stadt getrieben. Nun soll die marode Ostschule saniert werden, ja einige Flachköpfe aus dem Stadtrat fabulieren bereits von der Restausrierung des Schulportals. Fragt man jedoch nach dem Finanzkonzept, stößt man auf ratlose Gesichter. So kann man auch bei der Ostschule getrost davon ausgehen, dass es noch viele Jahre dauern wird, bis sie wieder beschulbar ist. Derweil träumen unsere Stadtväter und -mütter von Gera als Kulturhauptstadt Europas. Psychiater nennen ein solches Verhalten schizophren,

Ich glaube nicht daran, dass es momentan die Voraussetzungen in der Stadt gibt, dass der Campus vor 2024 fertig ist. Die Verantwortungsträger, insbesondere die Baudezernentin, sind nicht in der Lage, in absehbarer Zeit die fehlenden vier Millionen Euro zu mobilisieren. Dem Stadtrat ist es eh egal; die meisten Mitglieder haben ihre Schulzeit seit gefühlten Jahrhunderten bereits hinter sich – was ficht sie es an, wenn in Geras Schulen im Winter die Fenster aus den Wänden fallen? Auch der Neu-Geraer Herr Tiefensee (SPD), immerhin Wirtschaftsminister des Freistaates Thüringen, wird wohl kaum willens sein, die Stadt bei der Beschaffung der nötigen Mittel zu unterstützen. Die Landtagswahl ist ja schließlich nun vorbei.

Und was macht eigentlich unser Bundestagsabgeordneter Herr Vogel (CDU) in dieser Angelegeneheit? Bis heute wartet man vergeblich auf eine Stellungnahme oder gar eine Initiative von ihm. Warum hat er in Berlin nicht schon längst auf die Probleme in seiner Heimatstadt aufmerksam gemacht. Dort liegen ja nach Bekunden des Bundesfinanzministers Scholz (SPD) über 15 Milliarden Euro an Fördergeldern für Schulbau bereit, die nicht abgerufen werden.

Ich verspreche es – wir werden den Damen und Herren Feuer unterm Hintern machen. Glücklicherweise gibt es in Gera noch vernünftige und tatkräftige Bürger, die es nicht hinnehmen, ständig enttäuscht und belogen zu werden.

„Noch sitzt Ihr dort oben, Ihr trägen Gestalten, verantwortungslos und dem Volke zum Spott. Doch bald wird des Bürgers Wille walten, dann ist es vorbei, wir jagen Euch fort.“ (frei nach Th. Körner)

Wozu der Unsinn?

Mit „Smart City“ wird in Gera nach der unsäglichen Kulturhauptstadtbewerbung wieder ein Projekt eröffnet, welches in krassem Widerspruch zu den Realitäten in der Stadt steht. „Smart“ (engl. schlau, intelligent, pfiffig) soll alles werden. Das Leben, die Wirtschaft, die Verwaltung und auch die Menschen. Das ganze natürlich irgendwie digital und umweltschonend. Dabei täte die Stadt wesentlich besser daran, erst mal ihre elementarsten Probleme zu lösen, die da heißen: höchste Arbeitslosigkeit im Freistaat, desolate Verhältnisse an den Verkehrswegen und überalterte Bevölkerung, um nur einige zu nennen. Diesen Themen wird man wohl kaum mit einem nebulösen Projekt „Smart City“ beikommen. Und ob Stadtverwaltung oder Duale Hochschule es vermögen, endlich mal etwas Wirtschaftsförderndes für Gera zu tun, darf getrost bezweifelt werden. In den letzten zwei Jahrzehnten waren sie dazu jedenfalls nicht in der Lage. „Smart City“ ist wieder eine der Gera-typischen Augenwischereien, denen Folgendes gemeinsam ist – sie werden nie realisiert, kosten Geld und Ressourcen und sollen die Bürger von den wirklichen Problemen ablenken. Falls die Herrschaften in Verwaltung und Stadtrat nicht ausgelastet sind, könnten sie sich ja der akuten Probleme am Campus Rutheneum und dem gesamten Schulbauprogramm widmen. Das wäre „smart“.    

Das Mirakel von Brandenburg

Aufatmen bei der Brandenburger SPD. Trotz herber Verluste wird es wohl wieder reichen, um die Sandbüchse zwischen Havel und Oderbruch weitere Jahre zu regieren. Dabei sah es vor zwei Wochen noch ganz anders aus. Die SPD dümpelte in den Umfragen bei zum Teil unter 20% herum – ein Horrorszenario für die Genossen im roten Potsdam. Aber auf wundersame Weise hat die Partei, die sich momentan in einer epischen Krise befindet, binnen weniger Tage den Spitzenplatz im Bundesland zurückerobern können. Über 26% Wählerzustimmung sind es zu Wahl geworden, damit fast 3% mehr als bei der favorisierten AfD. Von den SPD-Granden wurde der amtierende Ministerpräsident Herr Woidke für die Aufholjagd gelobt. Er hätte innerhalb der letzten zwei Wochen das Ruder noch herumgerissen. Der aufmerksame Beobachter fragt sich jedoch, wie ein Mann wie Herr Woidke, ausgestattet mit dem Charisma eines Melkschemels und ohne wirkliche Aussagen, es vermocht haben soll, innerhalb kürzester Zeit so viele SPD-Wähler zu mobilisieren. Oder waren gar die Umfragen vor der Wahl so unzuverlässig? Sei es wie es sei – mit größter Wahrscheinlichkeit wird auch in Brandeburg wie im benachbarten Berlin Rot-Rot-Grün regieren. Die Konsequenzen dürften jetzt schon klar sein.

„The Moonwalk was a fake!“

Dieser Satz wird dem ehemaligen US-Präsidenten George Bush sen. zugeschrieben. Tatsächlich sind fast 30% der Amerikaner der Auffassung, dass die Mondlandungen niemals stattgefunden haben und sämtliche Bildaufnahmen auf der Erde entstanden sind. Zu viele Ungereimtheiten gäbe es im Zusammenhang mit den Apollo-Missionen. Wollte man auf alle im Einzelnen eingehen, müsste ein dickes Buch verfasst werden. Mehrere, auch deutschsprachige, Autoren haben sich in den letzten Jahrzehnten der Problematik bereits gewidmet ( u.a. G. Geise, G. Wisnewski).

Anlässlich des 50. jahrestages der ersten Mondlandung durch Apollo 11 wird die Diskussion wieder befeuert. Auch unfreiwillig. So titelte die berühmte „Ostthüringer Zeitung“ am 20. Juli 2019 „Legendärer Ausflug“ und illustrierte mit folgendem Bild:

Der US-Astronaut Buzz Aldrin steht neben der amerikanischen Flagge auf dem Mond.

Ein Klassiker gefaketer Fotos! Die wie ein Fremdkörper in die Bildmitte drapierte US-Flagge wirft keinen Schatten! Der Leser darf getrost fragen, warum das in den Redaktionsstuben der Funke-Mediengruppe, zu der die OTZ gehört, niemanden aufgefallen ist. Seriöser und sorgfältiger Journalismus sieht anders aus. Wenn bei solchen weltbedeutenden Theman schon mit Bildfälschungen gearbeitet wird, wie sieht es dann erst bei anderen Artikeln aus?

Mehr Informationen und Fragen zum Thema Mondlandung bei „Keßlers KETZEREIEN“ (vgl. meine Bücher).

Eintritt frei!

In der selbsternannten Hochschulstadt ohne Studenten grassiert schon seit einigen Monaten die „Eintritt frei“ – Hysterie. Discotheken, Parties, ja selbst Kunstgalerien werben mit kostenlosem Zutritt. Und wenn es in Gera die Kombination aus freiem Eintritt, Fressen und Saufen gibt – da sind die Fettguschen natürlich dabei. Selbst aus den entferntesten Stadtvierteln machen sie sich auf, um am kollektiven Besäufnis teilzuhaben. Dass sich dabei der „freie“ Eintritt in den Getränkepreisen wiederfindet, begreifen ohnehin nur die wenigsten. Auch die „Fridays for Future“-Kids machen beim Kostenlos-Festival allerorten mit, Plastebecher und Pappteller inbegriffen. Ist doch in den Ferien eher Fun als Klimaschutz angesagt. Und wenn dann die „Eintritt frei“-Party vorüber ist, ziehen einige der Besucher eine Spur der Verwüstung durch die Stadt, wovon nicht nur die Einwohner von Untermhaus ein Lied singen können. Früher nannte man die Stadt „Fress- und Suff-Gere“. Daranhat sich bis heute nichts geändert.

Zum Glück hat Gera angesichts der Untätigkeit von Herrn Baumgardt und Co. keine Chance, Kulturhauptstadt zu werden. Sonst müsste man zwangsläufig die „Eintritt frei“ – Kultur als festen Bestandteil reginalen Brauchtums thematisieren und auch unter das sinnfreie Ortseingangsschild „Hochschulstadt Gera“ hinzufügen: EINTRITT FREI!

Endlich Zwangsimpfung!

Endlich ist der Gesetzentwurf da! Es wird zwangsgeimpft – gegen die harmlose Kinderkrankheit Masern, die nach Statistischem Bundesamt ein bis zwei Todesfälle im Jahr in Deutschland verursachen soll. Durch die Zwangsimpfung sind zukünftig tausende von Impfschäden zu erwarten, selbst wenn man von einer Schadensquote unter einem Prozent ausgeht. Todesfälle nicht ausgeschlossen.

Die Pharmalobby hat wieder mal ganze Arbeit geleistet. Nachdem auf dem traditionellen Medikamentensektor hierzulande nicht mehr viel rauszuholen ist, schließlich verzehrt jeder Deutsche im Jahr bereits für weit über 500 Euro Medikamente, hat man das Impfen als neue Einnahmequelle entdeckt. Und da locken Millionengewinne. Was kümmern da ein paar Kollateralschäden? Man braucht kein Prophet zu sein, um vorauszusagen, dass die Masernzwangsimpfung erst der Anfang ist. In absehbarer Zeit wird ein umfassender Katalog mit gesetzlich verordneten Impfungen auch dem letzten Deutschen klar machen, dass die Zeit der Selbstbestimmung endgültig vorbei ist. Mein Körper gehört nicht mehr mir sondern korrupten Politikern und den Pharmakonzernen. Diese wiederum freuen sich bereits auf die zu erwartenden Nebenwirkungen, gegen die sie dann wieder irgendeine Pille anbieten können. Dummerweise gibt es weder Impfungen gegen Gier noch gegen Dummheit.

Geschichtliche Verantwortung ist den Entscheidungsträgern auch abhanden gekommen. Ein Volk, was vor gar nicht allzu langer Zeit, Zwangssterilierungen an Behinderten oder anderem „unwerten Leben“ vorgenommen hat, sollte mit staatlich verordneten Eingriffen in Leib und Leben ausgesprochen vorsichtig sein. War es zu Nazi-Zeiten eine pervertierte Ideologie, so ist es jetzt die Unersättlichkeit des Großkapitals, die das Selbstbestimmungsrecht der Menschen immer mehr eingrenzt.

„Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit.“ (Grundgesetz für die BRD)

Der talentierte (?) Herr Lochthofen

Der ehemalige Chefredakteur der „Thüringer Allgemeinen“ Sergej Lochthofen hat sich in der MDR-Sendung „Fakt“ vom 27.5.19 zu meiner Heimatstadt Gera geäußert. Anlass war das Ergebnis der Kommunalwahlen, wo in Gera 30% der Bürger für die AfD votierten. Herr Lochthofen, der angesichts laufender Kameras sehr selbstverliebt und abgehoben wirkte, nannte Gera eine „Loserstadt“ und forderte die Bürger auf, dieselbe zu verlassen. Offenbar ist es um sein Demokratieverständnis sehr schlecht bestellt. Als Sohn eines Kommunisten, aufgewachsen im Poststalinismus, fällt es ihm sichtlich schwer, Pluralität zu akzeptieren. Das sei ihm persönlich unbenommen, jedoch wäre es angebrachter, als Journalist eine objektivere Sichtweise zu zeigen anstatt sich als plumper und beleidigender Haudrauf zu gerieren. Zeugt diese Handlungsweise doch weniger von Sachverstand als von überheblichem Ignorieren der Wirklichkeit.

Ich möchte wissen, was Herr Lochthofen wirklich über unser Gera weiß. Mit Sicherheit nicht viel. Ist doch hinlänglich bekannt, dass das dümmste Geschwätz aus Mündern kommt, die keinerlei Ahnung von den Tatsachen haben. Zudem erweist er sich und den Mainstream-Medien einen Bärendienst, indem er den Wählerwillen öffentlich infrage stellt. Man kann über die AfD sicher trefflich diskutieren, wie auch über jede andere Partei. Das tue ich aber lieber mit sachverständigen Menschen, die sich nicht hinter Beleidigungen und Plattitüden verstecken, wie dieser sogenannte Journalist, der offenbar seinen Berufsethos abgelegt hat.

Herr Lochthofen, eine Grundregel des Journalismus lautet: Objektivität statt Polemik! Aber das hat man Ihnen auf der Karl-Marx-Uni in Leipzig sicher nicht beigebracht.

Impfzwang – pro und contra

mein Vortrag zu Nutzen, Risiken und Nebenwirkungen

5. Juni um 19Uhr

Kulturpraxis Gries 9 – Gera-Untermhaus